5 Leiner Kite – Einsteiger tauglich?

Kiterinnen und Kiter, welche sich einen neuen Kiten, eventuell sogar den ersten Kite sich anschaffen möchten, informieren sich über verschiedenster Kanäle. Eine davon ist die Beratung bei uns. Hier kommt meistens die Frage ob 5 Leiner oder 4 Leiner Kite. „Ich habe gehört oder gelesen, dass 5 Leiner Kites sicherer sind und sich einfacher wieder zum Wasser heraus starten lassen“. Diese Frage möchte ich mit diesem Beitrag auf den Grund gehen. Da stellt sich zuerst die Frage, was für eine Aufgabe hat überhaupt eine 5. Leine, welche bis zur Mitte geht und an der Fronttube direkt bei der Pumpöse angeknüpft wird? Die 5. Leine hat grundsätzlich 2 Aufgaben. 1. Sie stabilisiert den Kite in Flugbewegungen und macht diesen kompakt. Ein sogenannter Jellyfish-Effekt wird vermieden. Der Kite fühlt sich und fliegt sich direkter an. Kites, welche die 5. Leine aus diesem Grund benötigen sind zu 98% Wakestyle und Freestyle Schirme, welche eine hohe Belastung beim „Laden der Boardkante“ aushalten müssen und keine Performance verschenken dürfen. Diese Kites haben eine tiefe C-Form. Kite4you_Vegasrechterwinkel

Die andere Gruppe, welche auch unter Umständen einen 5. Leine benötigen sind Kites mit einer sehr gestreckte Delta-Form, um viel Leistung durch das aerodynamische Profil aufzunehmen. Diese Kite zeichnen sich durch sehr gute Leichtwindeigenschaften aus, sind schmal und gestreckt geschnitten und sind tendenziell träge im Lenkverhalten. Die Leistung entsteht durch die korrekte Anstellung und Anströmung vom Profil. Diese Art von Kites gibt es nur noch sehr wenige, welche hierfür zwingend eine 5 Leine benötigen. Eigentlich nur noch ein Modell: North Rebel. North-Rebel-12m-under
Ob C-Form oder sehr auf Leistung gestreckte Deltaform. Beide lassen sich schlechter zum Wasser heraus starten, als andere Modelle. Besonders bei Kitegrössen >10m2. Diese Kites sind auch dafür konstruiert, dass diese hauptsächlich mit der 5. Leine gestartet werden und wandern schlechter an den

Windfensterrand als andere Kites, welche ausschliesslich mit 4 Leinen auskommen.

Die 2. Aufgabe
besteht darin, dass der Kite bei einer Saftey Auslösung am Chickenloop zu 100% druckfrei vom Himmel fällt und so auf dem Rücken liegen bleibt, was jedoch nicht die sicherste Position ist. Vergleichen wir aktuell im 2015 die Systeme, empfinden wir, dass die 4-Leiner Safety-Systeme mit Double Frontline-Safety in der Gesamtheit betrachtet, komfortabler und sicherer sind.  Das 5. Leinen System kam ca. im 2007 auf dem Markt und wurde nur marginal verändert. Nach unserer Meinung kann dieser „Vorteil“ eines 5 Leinen Systems vernachlässigt werden. Und zudem kommt, das Wakestyler Ihre Kites immer im Sucide-Mode einhaken.

Ist somit ein 5. Leinen Setup Einsteiger tauglich? Grundsätzlich sind Wakestyle und Freestyle Kites in der Auslegung schon nicht Einsteigertauglich. Leistungsorientierte Kites, welche zwingend eine 5. Leine benötigen sage ich Ja, sofern der Kite nicht grösser als 10m2 ist und es min. 15 Knoten Wind hat. Grössere Kites zwingend mit 5 Leinen sind nicht Einsteiger freundlich, denn der Start mit 5. Leine, besonders bei leichtem Wind, sollte trainiert werden, benötigt ein Gefühl an der Bar und an den Leinen sowie eine gute Portion Erfahrung.

Fazit: Im 2015 gibt es sehr gute und einfach zu fliegende Kites, welche auch bei fortgeschrittenem Fahrkönnen viel Spass bringen und einfach zu relaunchen sind. Dies sind jedoch alles 4-Leiner Modelle verschiedenster Hersteller. Ich behaupte mal ketzerisch, dass die 5. Leine für den Massenmarkt ein Auslaufmodell ist und die Entwicklung in Punkto Safety an anderen Punkten am Kite und Bar weiterentwickelt werden. Vielleicht entwickelt ein schlauer Fuchs mal noch ein Wireless System mit Safety und Relaunch Button. Aber da müssen wir uns, so glaube ich, noch ein bisschen gedulden.

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