Es war einmal ein Golfbag

Die Zeiten, wo Du Deinen Kitebag als „Golfbag“ tarnen konntest, um diesen kostenlos mitzunehmen, sind vorbei. Viele Fluggesellschaften, welche bekannte Kitedestinationen anfliegen haben mittlerweile Kitesurfen in der Rubrik „Sportgepäck“ aufgenommen. Einige haben gute und faire Angebote. Eines ist jedoch sicher. Wer als Kitesurfer alleine fliegt hat die schlechtesten Karten zwecks Gewichts- und Kostenteilung.

Hier eine Auflistung der meist gebuchten Gesellschaften für Kitereisen aus der Schweiz.
Die Angaben sind ohne Gewähr, da die Gesellschaften diese zum Teil Halbjährlich ändern.

SWISS:
Hat das Stückgut Konzept. D.h je nach dem wer wie viel „Material“ mitnimmt zahlt oder zahlt im besten Sinne nichts. Nämlich dann wenn Du z.b bei Kurzstrecke nur 1 Gepäckstück aufgibst, welches maximal 23kg hat und nicht länger als 160cm ist.
Also perfekt z.b für einen Kurztrip nach Tarifa. Aber auch die kostenpflichtige Tarife sind nicht gewaltig. So nimmt Swiss auf der Kurzstrecke CHF 60.00/Weg für einen Bag bis 32kg und 2Meter Länger. Auf der Langstrecke CHF 120.00/Weg. Einfach vorher über das jeweilige Onlineportal oder Kundendienst anmelden.

Edelweiss Air:
Ist sehr ähnlich wie die Swiss. Kurz und MIttelstrecke (Aegypten) pro Weg CHF 50.00, wer dies vorher online anmeldet. Auf der Langstrecke nimmt Edelweiss Air, das Kitegepäck bis 2 Meter und 32kg sogar kostenlos mit. Auf der Webseite steht noch die Einschränkung von 1 Kiteboard und 2 Kites. Wobei wer schaut beim Check-In schon in die Bag. Und was ist mit Pumpe, Bar, Anzug etc…? Wer auf Nummer Sicher gehen will, einfach die Bag vorher einschweissen lassen 😉

TAP (Brasilien):
Mit einem Freigepäck von 2 x 32kg ist TAP sehr grosszügig. Nur nützt uns Kitesurfer dies nur bedingt was, da das Gepäckmass zu klein ist. Also muss zwingend Kitesurfmaterial bezahlt werden und zwar Euro 100.00/Weg bis 2Meter und 32kg. Hier macht es Sinn, wenn Du mit einem anderen Kitesurfer reist und Ihr euch die Kosten für die Bag teilt.

Condor:
Nimmt auch Kitematerial zu einen attraktiven Preis mit. Doch ACHTUNG! Dies gilt nur für den effektiven Condorflug ab Frankfuhrt. Zubringerflüge werden meistens durch die Lufthansa ausgeführt und hier zahlst Du nochmals extra. Besonders wenn Du Deinen Condorflug online buchst und direkt Deine Kitebag anmeldest steht in der Bestätigung immer ab Frankfurt. Also vorher genau informieren oder aus der Schweiz mit dem Zug nach Frankfurt reisen und ab da direkt in die Condormaschine steigen.

Air Berlin:
Hier empfehle ich die Air Berlin Card zu kaufen. Für 90 Euro/Jahr nimmst Du 2 x 32kg bis 2m länge kostenlos mit. Selbstverständlich lohnt sich die Karte nur, wer minimum 2 x pro Jahr mit Air Berlin in die Kiteferien fliegt.

Tui Fly:
Mit Tui ab Basel fliegen die Meisten auf die Kap Verden. Tui hat auch das Stückgut Konzept. Eine Kitebag/Sportgepäck kostet zusätzlich Euro 65.00 /Weg und kann direkt auf dem Portal online dazu gebucht werden.

Rayanair:
Hat mich überrascht. Obwohl sie die Salamitaktik fahren und alles dazu gebucht werden muss, sind die Gesamtkosten unter dem Strich immer noch sehr attraktiv. Und der Vorteil, man kauft soviel Gewicht, wie man in jeder Tasche braucht. Nicht mehr und nicht weniger.
So kostet eine Kitebag bis 20kg rund Euro 50.–/Weg. Wenn Du jetzt clever packst sollte dieses Gewicht auch reichen. Eventuell auch die 2 kleinsten Kites (<10m2) in einer Kitebag als Hangepack mitnehmen. Mit den zugelassenen 8kg sollte es gerade so klappen.

Allgemein gilt:
Kleine schwerere Dinge in die „normale“ Tasche packen. Grössere, voluminöse Dinge in die Kitebag. (Bar, Trapezhacken, Reparaturmaterial, Schraubezieher, Schrauben und Finnen, Schlaufen evtl. einen Neo oder Boots) und natürlich gehen vom Gepäckmass her auch Kites in eine normale Tasche.
Bei meinem letzten Trip nach Brasilien habe ich und mein Kollege in eine 15er Kitebag, 5 Kites der Grössen 6-9 gepackt und in die Kitebag nur noch 4 Boards sowie Pumpe, Pads sowie Trapeze gepackt. Die 100 Euro pro Weg haben wir uns geteilt.

Fazit:
Kostenlos war grundsätzlich einmal. Und Hand aufs Herz. Die Kosten, um Dein Kitestuff mitzunehmen fällt im Bezug auf Dein Kiteferienbudget nicht arg ins Gewicht.
Wer jedoch clever packt kann Kosten sparen. Ich empfehle bei jeder Fluggesellschaft die Sportgepäck Bestimmungen genau zu lesen und danach zu packen. Zugegeben zum Teil ist es nicht eindeutig geschrieben allenfalls sich beim Kundendienst per E-Mail eine Bestätigung geben lassen. Fact ist, keine Tasche darf international schwerer als 32kg sein. So entfallen lästige Diskussionen beim Einchecken und Deine Kitereise startet schon mal stressfrei.

Ich wünsche Dir jetzt schon einen guten Flug und viel Spass an der Kite-Destination Deiner Wahl.

 

 

 

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