Foilkiten

Ist der Foilhype schon da?
Seit 2 Jahren ist Foilkiten ein Thema in den Kitemagazinen geworden und wird so langsam „public“. Da grosse Hersteller wie F-One oder Slingshot gute und erschwingliche Produkte auf den Markt gebracht haben und andere Hersteller nachgezogen haben. Doch hat Foilkiten das Potential auch „public“ zu werden? Wechseln jetzt viele Kitesurfer aufs Foilboard? Ich bin der Meinung, dass Foilkiten gerade in Ländern wie der Schweiz eine gute Zukunft hat, da sich die Wasserzeit entscheidend vergrössert. Auch der Durchschnittsfoiler, welcher mit seinen „normalen“ Tubekites aufs Wasser geht, kann bei 8-10 Knoten viel Spass haben und ohne Schläge und Spritzwasser übers Wasser gleiten. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass einige Kitesurfer das „Foilen“ als eine Leichtwindergänzung ansehen und sich heute überlegen ein Convertible Board also ein Waveboard, was auch zum Foilen benutzt werden kann, zu zu legen, statt ein grosser Kite und eine Türe. Dass viele Kitesurfer jetzt ausschliesslich aufs Foilen setzen wird nicht der Fall sein.
Foilkiten zu lernen ist nicht so schwierig. Innert 2 Tagen können die Meisten auf dem Foil in beide Richtungen fahren. Haben das Prinzip der Gewichtsverlagerung verstanden und freuen sich immer riesig über das Wasser zu gleiten. Vorausgesetzt man ist ein guter Kiter mit min. Level 5. Wir empfehlen einen Kurs zu belegen, denn Foilkiten hat mit dem herkömmlichen Kiten, was das Board betrifft nicht viel am Hut. Zudem haben Foil Freunde bereits ein fortgeschrittenes Foil, was für die 1. Schritte nicht geeignet ist Im Kurs werden viele wichtige Themen zum Foilkiten behandelt und der Lernfortschritt ist effizienter.

Ist Foilen gefährlich bzw. birgt dies ein höheres Verletzungsrisiko?
Grundsätzlich brigt foilen kein grösseres Verletzungsrisiko also das „normale “ Kitesurfen. Da Foilkiten tendenziell bei weniger Wind ausgeübt wird und die Kites kleiner sind, ist der Kitezug bei einem Sturz nicht so hoch. Doch gibt es 3 Sturz Arten, welche mann sich Bewusst sein muss. Ein guter Rat ist, sich bei einem Stutz vom Foil mittels Kitezug zu entfernen. Was nicht zu unterschätzen ist; die Kollosionsgefahr an einem frequentierten Spot, wo Kitesurfer oder sogar noch Windsurfer auch zu Gange sind. Beim Foilen ist es mir möglich ganz andere Kurse/Winkel zum Wind zu fahren. Die anderen Wassersportler sind sich dessen noch nicht so bewusst. Das Beobachtungsfeld ist noch nicht auf Foiler eingestellt, welche tief im Lee fast senkrecht zum Wind „hoch“geschossen kommen. Ja Höhe zu gewinnen ist dem Foil viel Einfacher. Das downwind Foilen hat seine Kniffe.

Warum kann ich beim Foilen kleinere Kites fliegen?
Es immer wieder erstaunlich, dass Profis bei 6 Knoten mit 50km/h oder mehr über das flache Wasser heizen. Warum geht das? Nun gehen wir zurück in die Segel/Kite Therorie. Hier wurde vom wahren und falschen Wind gesprochen. Der wahre Wind ist der Wind, welche ich spüre und mit einem Windmesser messen kann. Der falsche Wind, ist der Wind, welcher durch Bewegung in der Atmosphäre zu Stande kommt. Beispiel: Bewege Deine flache Hand in senkrechter Position schnell hin und her. Und Luftzug gespürt? Oder hast Du auf dem Fahrrad bei absoluter Windstille auch schon mit Gegenwind gekämpft? Nun wie schneller ich fahre oder die Hand bewege, desto stärker wird der spürbare Wind. Und genau diesen Wind mache ich mir beim Foilen zu nutze. Bzw. das Foil hat so einen geringen Widerstand, dass es grundsätzlich reicht mit dem selbst generierten Wind zu foilen. Wie schneller ich fahre, desto mehr Druck habe ich im Kite. Da der „falsche“ Wind mein Kite noch aus einer leicht anderen Richtung als der wahre Wind anströmt, ist es mir möglich noch steiler gegen den wahren Wind zu fahren. Die Schwierigkeit am Ganzen ist das „Anfahren“ aus dem Wasser und natürlich den Kiterelunch. Wer nur mit dem „falschen“ Wind foilt hat bei einem Sturz, wo der Kite ins Wasser fällt ein grösseres Problem. Der Kite lässt nich nicht mehr starten.
> Übrigens diese Aerodynamik kannst Du auch bei Leichtwind auf Deinem TwinTip nutzen.
Besonders grosse Kites > 12m2 sprechen gut darauf an.

Was ist ein perfektes Foilrevier?
Ich  gehen davon aus, dass typische und einzigartige Foilspots noch entdeckt werden.
Bzw. Leichtwind Kitespots neu fürs Foilen entdeckt werden. Wichtig ist sicher ein konstanter Wind, ideal um 15 Knoten Wind. Ein flache abfallender Einstieg möglichst ohne Shorebreak. Bin überzeugt, dass die Küste Spaniens, die Adria oder Teile vom Mittelmeer  an der Küste von Italien oder Kroatien fürs Foilen neu entdeckt werden. Ist doch ganz harmonisch, wenn ein Elternteil am Strand mit den Kindern am Sandburgen bauen ist und der andere Teil übers Wasser heizt. Aber auch Thermikreviere, welche bis heute zu schwache Wind fürs Kitesurfen haben, könnten in Zukunft mit Foiler frequentiert sein. Siehe Shilsee in der Schweiz. Aber eines ist ganz wichtig! Wir brauchen eine Wassertiefe von ca 1.5m!

Ich möchte mir ein Foil kaufen. Welches?
Mittlerweile gibt es viele bekannte Marken, welche Foils und Boards anbieten. Die Branche hat bereits erkannt, dass es nicht nur hochspezialisierte in Carbon glänzende Foils für Foil Cracks braucht sondern so zu sagen „Volkfoils“. Wir empfehlen auf diese Brands zu setzen, welche sich ausschliesslich aufs Foilen konzentrieren und ein „Volksfoil“ im Angebot haben. Denn Ihre Kernkompetenzen liegt im Foil und ist nicht nur eine Sortimentsergänzung. Zudem fliessen Neuerungen schneller in die Produkte ein. Grosse Hersteller sind doch hier an Ihre Zyklen gebunden. Ein Ausnahme sehen wir in F-One, welcher schon lange ein Vorreiter des Foilkitens war. Und…Foilkiten kommt aus Frankreich.
Sehr gute Produkte sind Moses Foils aus Italien. Das gute Preis/Leistungsverhältnis überzeugt, so wie das Baukasten System. Ähnlich ist Levitaz aus Oestereich aufgestellt, welche Foils bauen, die auch in „Fremdboards“ passen. Eher ein unbekannter im Deutschsprachigen Raum sind Alpinfoils aus Frankreich, welche perfekte Produkte für alle Könnerstufen im Portfolio haben. Produkte von einem grössen Player sehen wir wie beschrieben von F-One und Slingshot, welche besonders für Foil Neulinge ein innovatives Foilprogramm auf den Markt gebracht haben.

Wo finde ich eine Foilschule?
Gerade in der Schweiz und dem benachbarten Ausland, gibt es noch nicht viele Schulen, welche auch Foilkurse im Programm haben. Wir, Kite4you bieten Dir Foilkurse am Comersee an.

 

 

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5 Leiner Kite – Einsteiger tauglich?

Kiterinnen und Kiter, welche sich einen neuen Kiten, eventuell sogar den ersten Kite sich anschaffen möchten, informieren sich über verschiedenster Kanäle. Eine davon ist die Beratung bei uns. Hier kommt meistens die Frage ob 5 Leiner oder 4 Leiner Kite. „Ich habe gehört oder gelesen, dass 5 Leiner Kites sicherer sind und sich einfacher wieder zum Wasser heraus starten lassen“. Diese Frage möchte ich mit diesem Beitrag auf den Grund gehen. Da stellt sich zuerst die Frage, was für eine Aufgabe hat überhaupt eine 5. Leine, welche bis zur Mitte geht und an der Fronttube direkt bei der Pumpöse angeknüpft wird? Die 5. Leine hat grundsätzlich 2 Aufgaben. 1. Sie stabilisiert den Kite in Flugbewegungen und macht diesen kompakt. Ein sogenannter Jellyfish-Effekt wird vermieden. Der Kite fühlt sich und fliegt sich direkter an. Kites, welche die 5. Leine aus diesem Grund benötigen sind zu 98% Wakestyle und Freestyle Schirme, welche eine hohe Belastung beim „Laden der Boardkante“ aushalten müssen und keine Performance verschenken dürfen. Diese Kites haben eine tiefe C-Form. Kite4you_Vegasrechterwinkel

Die andere Gruppe, welche auch unter Umständen einen 5. Leine benötigen sind Kites mit einer sehr gestreckte Delta-Form, um viel Leistung durch das aerodynamische Profil aufzunehmen. Diese Kite zeichnen sich durch sehr gute Leichtwindeigenschaften aus, sind schmal und gestreckt geschnitten und sind tendenziell träge im Lenkverhalten. Die Leistung entsteht durch die korrekte Anstellung und Anströmung vom Profil. Diese Art von Kites gibt es nur noch sehr wenige, welche hierfür zwingend eine 5 Leine benötigen. Eigentlich nur noch ein Modell: North Rebel. North-Rebel-12m-under
Ob C-Form oder sehr auf Leistung gestreckte Deltaform. Beide lassen sich schlechter zum Wasser heraus starten, als andere Modelle. Besonders bei Kitegrössen >10m2. Diese Kites sind auch dafür konstruiert, dass diese hauptsächlich mit der 5. Leine gestartet werden und wandern schlechter an den

Windfensterrand als andere Kites, welche ausschliesslich mit 4 Leinen auskommen.

Die 2. Aufgabe
besteht darin, dass der Kite bei einer Saftey Auslösung am Chickenloop zu 100% druckfrei vom Himmel fällt und so auf dem Rücken liegen bleibt, was jedoch nicht die sicherste Position ist. Vergleichen wir aktuell im 2015 die Systeme, empfinden wir, dass die 4-Leiner Safety-Systeme mit Double Frontline-Safety in der Gesamtheit betrachtet, komfortabler und sicherer sind.  Das 5. Leinen System kam ca. im 2007 auf dem Markt und wurde nur marginal verändert. Nach unserer Meinung kann dieser „Vorteil“ eines 5 Leinen Systems vernachlässigt werden. Und zudem kommt, das Wakestyler Ihre Kites immer im Sucide-Mode einhaken.

Ist somit ein 5. Leinen Setup Einsteiger tauglich? Grundsätzlich sind Wakestyle und Freestyle Kites in der Auslegung schon nicht Einsteigertauglich. Leistungsorientierte Kites, welche zwingend eine 5. Leine benötigen sage ich Ja, sofern der Kite nicht grösser als 10m2 ist und es min. 15 Knoten Wind hat. Grössere Kites zwingend mit 5 Leinen sind nicht Einsteiger freundlich, denn der Start mit 5. Leine, besonders bei leichtem Wind, sollte trainiert werden, benötigt ein Gefühl an der Bar und an den Leinen sowie eine gute Portion Erfahrung.

Fazit: Im 2015 gibt es sehr gute und einfach zu fliegende Kites, welche auch bei fortgeschrittenem Fahrkönnen viel Spass bringen und einfach zu relaunchen sind. Dies sind jedoch alles 4-Leiner Modelle verschiedenster Hersteller. Ich behaupte mal ketzerisch, dass die 5. Leine für den Massenmarkt ein Auslaufmodell ist und die Entwicklung in Punkto Safety an anderen Punkten am Kite und Bar weiterentwickelt werden. Vielleicht entwickelt ein schlauer Fuchs mal noch ein Wireless System mit Safety und Relaunch Button. Aber da müssen wir uns, so glaube ich, noch ein bisschen gedulden.